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Ökologische Standards im Wald

Am 1. April 2005 organisierte die Arbeitsgemeinschaft für den Wald (AfW) im Rahmen der Jahrestagung in Solothurn einen «Runden Feldtisch» zum Thema «Ökologi- sche Standards im Wald». Unter der Leitung von Präsident Bernhard Nievergelt und Ruedi Iseli, Forstbetriebsleiter der Bürgergemeinde Solothurn, diskutierten Fachleute aus verschiedenen Interessensgebieten über die Forderung des Waldprogramms Schweiz, einen ökologischen Standard im Gesetz zu verankern.

Einführend gab Beate Hasspacher vom Büro Hasspacher & Iseli GmbH einen Überblick über die bestehenden und geplanten ökologischen Standards im Schweizer Wald. Darauf erläuterte Christa Glauser, stellvertretende Geschäftsführerin des Schweizer Vogelschutzes SVS, In einem Kurzreferat den naturnahen Waldbau aus Sicht einer Umweltorganisation. In einem zweiten Kurzreferat legte Urs Amstutz, Direktor von Waldwirtschaft Schweiz, die Sicht der Waldwirtschaft dar.

In der anschliessenden Diskussion wurde klar, dass der naturnahe Waldbau heute zwar nicht im Gesetz definiert sei, dass im Gesetz aber die Grundlagen für dessen Förderung zu finden sind. Die positiven Entwicklungen der letzten Jahrzehnte sind in diesem Ausmass nur dank der Finanzhilfen (Waldbau A, Ausbildung...) durch den Bund möglich gewesen. Die meisten Teilnhemer befürchten, dass der naturnahe Waldbau mit der geplanten Streichung der Subventionen stark unter Druck kommen wird, zumal sich auch die wirtschaftliche Situation in der Waldwirtschaft drastisch verschlechtert hat.

In der Diskussion war man sich einig, dass die Errungenschaften er letzten Jahrzehnte bezüglich naturnahem Waldbau nicht preisgegeben werden sollten. Einig war man sich auch, dass minimale Standards, wie das Rodungsverbot, der Bodenschutz oder das Verbot von umweltgefährdenden Stoffen, im Gesetz formuliert sein sollten. Nicht einig war man sich aber darüber, ob auch Dinge, wie die Baumartenmischung oder die Grösse der erlaubten Räumungsfläche, im Gesetz geregelt werden sollen, wie dies das WAP vorsieht.

Fazit des «Runden Feldtisches» von Solothurn: Zur Erhaltung und Förderung des «naturnahen Waldbaus» im Schweizer Wald ist ein Mix aus verschiedenen Instrumenten erforderlich. Der vom WAP vorgezeichnete Weg, den ökologischen Standard auf ein paar allgemeingültige Minimalkriterien im Gesetz zu reduzieren und im Gegenzug auf Finanzhilfen zu verzichten, greift zu kurz. Welche Instrumente auf welcher «ökologischen Ebene» eingesetzt werden, erfordert eine sorgfältige Diskussion.