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Kontakt

Arbeitsgemeinschaft für den Wald
Brigitte Wolf
Ebnetstrasse 21
3982 Bitsch VS

Tel. +41 (0)27 927 14 33
info@afw-ctf.ch

Wildtierkorridor Suret

Das Grundproblem der Zerschneidung von Wildtierlebensräumen und die damit einhergehende Isolierung von Populationen ist heute erkannt. Als erster Kanton setzte der Kanton Aargau 1996 im Richtplan 28 Vernetzungskorridore fest und verpflichtete sich, ihre Durchgängigkeit zu sichern und zu verbessern. 2004 sollen in einem bereinigten Richtplan weitere Korridore festgesetzt und bestehende angepasst werden.

Der Wildtierkorridor «Suret» mit seinen für Mittellandverhältnisse relativ grossflächigen Waldgebieten, stellt die Hauptverbindung zwischen der Innerschweiz und dem Jura dar und zählt potenziell zu den wichtigsten Wildtierkorridoren des Mittellandes. Gleichzeitig bilden hier zwei Autobahnen, Haupt- und Nebenstrassen sowie Bahnlinien unpassierbare Barrieren und Hindernisse.

An vier verschiedenen Schlüsselstellen diskutierten 20 Vertreterinnen und Vertreter der zuständigen Bundesund Kantonalstellen, der Jagd, des Waldes, des Naturschutzes und der Arbeitsgemeinschaft für den Wald Probleme, Fragen und Lösungsmöglichkeiten rund um die Sanierung des Wildtierkorridors «Suret»:

  • geplante Grünbrücke und bestehender Übergang über die Autobahn A1
  • Passage im Bereich der Kantonsstrasse K 247 und SBB-Linie Hunzenschwil-Suhr
  • geplanter Durchlass unter der vierspurigen T5 und geplante Grünbrücke über die T5
  • Verbreiterung der Unterführung unter der 4-spurigen SBB-Linie Rupperswil-Aarau

Wichtig ist, dass die einzelnen Massnahmen in ihrer Funktion aufeinander abgestimmt werden; denn die Durchgängigkeit einer Wanderachse für Wildtiere ist nur so gut, wie die schlechteste Stelle auf der ganzen Achse.

Die den Wald nutzenden Menschen und die Wildtiere sind bei der Sanierung des Wildkorridors Suret in einem gemeinsamen Lernprozess gefordert. Die im Gebiet wohnenden Wildtiere haben gelernt, zu welchen Tages- bzw. vor allem zu welchen Nachtzeiten welche Gebiete am wenigsten gestört sind. Sie werden auch bei den neuen Unter- und Überführungen lernen, wo sie sich zu welcher Zeit ungestört bewegen können.

Zu wünschen ist aber auch, dass sich die verschiedenen Interessensgruppen wie Freizeitsportler, Ausflügler, Förster und Jäger in ihrer Aktivität überlegen, wie (bzw. wo) sie den Tieren eine stressarme Nutzung der Wildwechsel erleichtern können, wenn die Barrieren einst entfernt sind. Welche begleitenden «weicheren» Massnahmen zweckmässig sein werden, kann auf Grund von Erfahrungen aus dem In- und Ausland nur zum Teil verlässlich vorausgesagt werden. Differenzierten Erfolgskontrollen kommt deshalb eine wichtige Bedeutung zu.