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Arbeitsgemeinschaft für den Wald
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Stadtwald oder Waldpark?

Bei diesem Runden Waldtisch am 7. Mai 2015 in Freiburg unter der Leitung von Frédéric Schneider vom Amt für Wald, Wild und Fischerei des Kantons Freiburg und Andreas Bernasconi vom Büro Pan Bern (Moderation) wurden drei Waldgebiete mit einer unterschiedlich intensiven Erholungsnutzung besucht. Zudem standen zwei Präsentationen auf dem Programm: Der erste Vortrag von Yves Kazemi, Forstinspektor des 18. Bezirks des Kantons Waadt, hatte die Bewirtschaftung der Stadtwälder von Lausanne zum Thema, die zweite Präsentation von Roberto Bolgé vom Bundesamt für Umwelt gab die Position des Bundes zu dieser Thematik wieder. 

Die Diskussionen im Anschluss an die Vorträge betrafen vor allem den Charakter von Erholungs­wäldern, die Wichtigkeit dieser Wälder für die Bevölkerung sowie Anlagen und Bauten für die Er­holungsnutzung im Wald. Auch die forstliche Planung in Erholungswäldern, die Kommunikation mit der Bevölkerung und die Finanzierung von Massnahmen im Bereich Erholung wurden angespro­chen. Immer wieder wurde betont, dass der öffentliche Charakter von Erholungseinrichtungen und der freie Zugang für alle Waldbenützer wichtig und zentral sind. Die Erholungssuchenden suchen im Wald aber nicht in erster Linie Infrastrukturen, sondern vielmehr einen natürlichen, ruhigen und auch «wilden» Wald, der aber doch so bewirtschaftet wird, dass er gut zugänglich ist, zum Beispiel dank genügend Strassen, Wegen und Pfaden. Deshalb ist der Erhalt eines «natürlichen» Wald­charakters auch im Erholungswald wichtig. Auch im Bereich von Erholungseinrichtungen soll der typische Waldcharakter erhalten bleiben, zum Beispiel mit gut platzierten Bäumen, mit dem Erhalt des Waldbodens, mit einer hohen Vielfalt in der Vegetation oder auch mit einer zufälligen Anord­nung der Bäume. In den Diskussionen zeigte sich auch die Wichtigkeit einer professionellen und an die Ziele der Erholung angepassten Waldbewirtschaftung. Wichtig ist zum Beispiel der Einbezug von Baumarten, die auch für das Landschaftsbild interessant sein können, wie beispielsweise Allee- oder Kirschbäume. Die Ästhetik muss in Erholungswäldern einen hohen Stellenwert haben.

Ein wichtiges Thema war der Umgang mit den unterschiedlichen Erholungsaktivitäten. Ein wichtiger, zu berücksichtigender Faktor ist das Zusammenspiel zwischen Einfluss einer Aktitität auf den Wald und Anzahl Leute, die diese Aktivität ausüben. Eine Aktivität mit einem starken Einfluss auf das Ökosystem, die nur von wenigen Leuten ausgeübt wird, muss sicher restriktiver behandelt werden als Aktivitäten mit weniger starken Auswirkungen. Der Einfluss auf den Wald kann über die Zahl und Art der Erholungseinrichtungen gesteuert werden. Mit einer Förderung der Toleranz unter den Erho­lungssuchenden mit unterschiedlichen Interessen kann der Bau von immer mehr aktivitätsspezifi­schen Einrichtungen vermieden werden. In diesem Zusammenhang wurde die Kohärenz bei der Be­wirtschaftung von Erholungswäldern als wichtiger Grundsatz erwähnt. Um einen «stimmigen» Erho­lungswald zu erreichen, braucht es eine Gesamtsicht auf den Wald und gute Planungsgrund­lagen. Zu guter Letzt wurde auch die politische Dimension der Walderholung diskutiert. Solange sich die Menschen mit dem Wald verbunden fühlen und gerne in den Wald gehen, ist eine breite Unterstüt­zung für eine langfristige Walderhaltung in der Öffentlichkeit gesichert.